Mit diesem Bild wirbt das “Antifaschistische Aktionsbündnis Aachen” auf seiner Netzseite (Die Einblendung hier erfolgt alleine zur Dokumentation)
Zur weiteren Dokumentation veröffentlichen wir nachfolgend einen Bericht der Seite http://dermythus.wordpress.com, der sich mit einem Artikel eben jenes “Antifaschistischen Aktionsbündnisses Aachen” über die Stolberg 2010 Veranstaltungen befasst. – Die Veranstalter
Wer sich bis heute fragte, warum Pipi Langstrumpf den Banner des “Antifaschistischen Aktionsbündnis Aachen” schmückt, der wird spätestens seit dem Stolberg-Bericht wissen, warum. Denn schon Pipi sang:
“2 x 3 macht 4
Widdewiddewitt und Drei macht Neune
Ich mach’ mir die Welt
Widdewidde wie sie mir gefällt”
An dieser Stelle möchten wir den Bericht des „Antifaschistischen Aktionsbündnis Aachen“ zu den Stolberg-Demonstrationen dokumentieren [1] sowie kommentieren:
Der Freitag – Fackelmarsch
Am Freitagabend startete das zweitägige Ereignis. Rund 230 Nazis versammelten sich am Bahnhof Mühle, um durch die Stadt zum Tatort zu ziehen. Das erschreckende daran ist, dass die Nazis die TeilnehmerInnenzahl mehr als verdoppeln konnten gegenüber dem Vorjahr, wo lediglich 80 regionale Nazis aufmarschiert waren. Das Moment eines Fackelmarschs in guter NS-Manier hatte also Früchte getragen.
Nicht „das Moment eines Fackelmarschs“ hat Früchte getragen, sondern wohl eher die hervorragende Mobilisierungsarbeit, die bei euch ja faktisch nicht stattgefunden hat.
Konnte man vor einem Jahr noch eine Pogrom ähnliche Stimmung am Freitagabend erzeugen, so scheiterte dieser Versuch dieses Jahr an den Auflagen der Polizei. So wurde den Nazis untersagt jegliche Technik zu benutzen, laut zu skandieren und auch die Fackeln waren auf maximal 10 Stück beschränkt, weshalb diese bei 230 Nazis überhaupt nicht auffielen.
Feiert ihr hier gerade die Repressalien des Staates? Ist das nicht der gleiche „faschistische Staat“ gegen den ihr sonst immer „kämpft“ und der euch doch ach so „schikaniert“? Im Übrigen waren auch die 10 Fackeln in der Dunkelheit sehr gut sichtbar.
Und so mussten die Nazis schweigend immer wieder an lautstark rufenden AntifaschistInnen vorbeiziehen. BeobachterInnen des Naziaufmarsches berichteten später wie erzürnt die Nazis von diesem Zustand waren. Der Fackelmarsch wurde also zum Reinfall.
Ob die 30-50 Antifa-Hanseln am Rande des Marsches „lautstark“ waren, darüber lässt sich sicherlich streiten. Darüber hinaus rate ich euren „BeobachterInnen“ die rote Brille abzunehmen. „Erzürnt“ war sicherlich kein Teilnehmer, eure einfallsreiche Parole „Nazis raus“ ist schließlich nichts Neues. Ach ja, wohin eigentlich? Und bei einer Verdreifachung der Teilnehmerzahl sowie der Tatsache, dass die Demonstration weitgehend ungestört durch die Innenstadt bis hin zum Tatort ziehen konnte, von einem „Reinfall“ zu sprechen, zeigt doch nur, dass der Autor auch den letzten Realitätssinn verloren hat.
Diesen Zorn ließen die FaschistInnen dann in der Nacht am Autonomen Zentrum Aachen ab. So sprühten sie „Hitler“, „NS-Jetzt“ und „KAL“ an die Wände. Jedoch würden wir den Nazis einen Kursus im ordentlichen Sprühen anraten, da es teilweise sehr schwer war etwas aus dem Geschmier zu erkennen.
Könnt ihr uns da Kurse empfehlen oder bietet ihr sogar welche an? An einer Weiterbildung zum „PKW-Abfackelmeister“ wären wir im Übrigen auch interessiert. Oder ist diese nur bei euren Genossen in Berlin möglich?
Der Samstag – „Trauer“marsch
Nach den erschreckenden Teilnehmerzahlen vom Freitag musste man am Samstag mit einer verstärkten Nazianzahl rechnen, doch es erschienen lediglich knapp 500 Verirrte.
Auch unabhängig davon, dass wir 600 waren, ist es schon sehr mutig von „lediglich knapp 500“ zu sprechen, wenn man beachtet, dass ihr aus allen Spektren, Sekten, Kirchen, Parteien, gutmenschlichen Organisationen sowie mit Unterstützung der regionalen Presse gerade einmal auf die gleiche Anzahl gekommen seid – wenn überhaupt.
Aufgrund der internen Auflagen der Nazis mussten die KameradInnen auf dem Hinweg zum Tatort den Mund halten. Ein Zustand den wir gerne häufiger sehen würden.
„Den Mund halten“ wir bekanntlich nur bei Trauermärschen, die bekannter weise auch nur bei traurigen Anlässen stattfinden. Dass ihr traurige Anlässe (Bombardierung deutscher Städte, Ermordung von Deutschen) „häufiger sehen“ wollt, bringt ihr ja regelmäßig mit Sprechchören und Transparenten zum Ausdruck.
Am Tatort selbst ließen die RednerInnen der Nazis keinen Zweifel mehr offen was passieren würde, wenn sie wieder an die Macht kämen. Doch obwohl die Nazis offen propagieren, dass sie die Demokratie abschaffen wollen, schützt sie dieser Staat!
Inwiefern schützt uns der Staat? Weiter oben feiert ihr doch noch seine Repressalien gegen uns, die den Fackelmarsch angeblich zum „Reinfall“ machten. Oder meint ihr, dass der Staat die 600 Demonstrationsteilnehmern vor den 30 hinter der Polizeiabsperrung brüllenden „Wir kriegen euch alle“ Antifaschisten schützte? Oder schützt der Staat uns, weil er uns das Demonstrationsrecht gewährt? Würdet ihr das etwa nicht? Na, wer will jetzt „die Demokratie“ abschaffen?
Auf dem Rückweg vom Tatort konnten die Nazis dann endlich wieder rumbrüllen und ihrem Hass freien Lauf lassen. Doch nur der erste Block konnte etwas lauter werden und dies auch nur für kurze Zeit, anscheinend war den Nazis die Laune etwas vergangen.
AntifaschistInnen hatten es nämlich geschafft zweimal mit kurzen Blockaden den Trauermarsch zu stören.
Also, „Deutschland uns Deutschen“ schallte durch ganz Stolberg, hingegen euer „Nazis raus“ kaum bis zu uns hörbar war. Der Zug stoppte zweimal für 5 Minuten. Einmal wegen eines explodierenden Böllers, deren Herkunft allerdings unbekannt blieb. Ein andermal wegen angeblichen Auflagenverstößen unsererseits. Eure „Blockaden“ dürften an dieser Stelle also wieder eher eurem Wunschdenken entsprungen sein. Außer die am Rande hinter Gittern wie Affen rumturnen Antifaschisten, war an diesem Tag nichts zu sehen.
Die erste Blockade fand in der Eschweiler Straße statt, wo AntifaschistInnen plötzlich vor den Nazis auftauchten. Die Polizei konnte die Gruppe zwar in eine Straße abdrängen, aber 5 Meter entfernt von den Nazis riefen die AntifaschistInnen den Nazis entgegen was sie von ihnen hielten. Diese mussten schweigend vorüberziehen, was ihnen sichtlich schwer fiel.
„Schweigend vorüberziehen“? Wir sind doch mittlerweile bei der Sonnabend-Demonstration angelangt und nicht bei dem Fackelmarsch am Freitag, wo bereits erwähnte Auflagen galten. Hier hat der Autor wohl etwas durcheinander gebracht. An beiden Tagen konnte man übrigens in der Eschweiler Straße keine Antifaschisten entdecken, die plötzlich vor unserer Demonstration auftauchten, wäre aber doch sicherlich lustig geworden.
Ein anderes Phänomen war sicherlich das Verhalten der Polizei. Denn schon nach kurzer Zeit drehten sich einige Polizisten so um, dass deutlich wurde, dass sie nicht den Naziaufmarsch schützen, sondern die AntifaschistInnen. So entstand das bizarre Bild, dass einige Cops traditionell die Gefahr von Links sehen, andere Polizisten aber verstanden haben, dass die wahre Gefahr von Rechts droht. So zeigt sich, dass die Polizei auch gestandene AntifaschistInnen noch zum Staunen bringen kann.
Schon mal darüber nachgedacht, dass es auch am Verhältnis von 20:600 gelegen haben könnte?
Die zweite Blockade fand dann an der Ecke Eschweiler Straße/Nikolausstraße statt. Auch diese Blockade wurde schnell von der Polizei abgedrängt. Dennoch haben AntifaschistInnen bewiesen, dass ein effektiver Widerstand möglich ist.
Ein „effektiver Widerstand“, der von Polizei schnell abgedrängt wurde? Entweder der Autor weiß nicht was Effektivität bedeutet oder die Antifaschisten hatten tatschlich das Ziel von der Polizei abgedrängt zu werden. Suchen die militanten Steinewerfer da etwa die Körpernähe zu den Polizisten?
Natürlich kann man nicht davon reden, dass dieser Tag für die Nazis eine Niederlage war, da sie dennoch gelaufen sind und ihren Hass verbreiten konnten.
Bei dieser Tatsachenverdrehung im gesamten Text des Autors sowie der offensichtlichen Erkrankung an nicht heilbaren Realitätsverlustes, ist es nicht mehr „natürlich“.
Aber sie konnten diesmal nicht ungestört laufen und sie haben dem Widerstand gegenübergestanden.
Ja, der um das mehr als Dreifache gesunken ist. Besonders die Anzahl und der „Widerstand“ der autonomen Antifaschisten beeindruckte uns „Neonazis“ besonders – und ich denke ich spreche an dieser Stelle stellvertretend für alle 600 Teilnehmer.
Nach internen Verbesserungsvorschlägen (Was eigentlich verbessern? Ihr habt doch „effektiv Widerstand geleistet und wir konnten nicht ungestört laufen und standen einem gewaltigen Widerstand gegenüber“!) heißt es zum Schluss:
2011 – Der Widerstand wird wachsen!
Das hoffen wir doch auch mal! Am besten so „wachsen“ wie von 2009 auf 2010!
[1] http://antifabuendnisac.blogsport.de/2010/04/05/nach-stolberg-ist-vor-stolberg-den-maertyrerkult-stoppen/
